Die Linke und der Traditionshafen

Warum ist ausgerechnet DIE LINKE Wedel für den Traditionshafen eines Hamburger Reederei-Erben?

Gute Frage, hier die Antwort:

Ja, wir waren immer gegen das Zig-Millionen-Projekt des Wedeler „Stadthafens“.

Dazu stehen wir. Aber er ist jetzt nun mal da, nach vielen Jahren und ebenso vielen Kostensteigerungen. Und er sollte nicht ein fast totes, von viel Beton gesäumtes Becken bleiben, das höchstens als Paradebeispiel für eine riesige Fehlinvestition taugt.

Deshalb wollen wir, dass endlich Leben in die „Bude“ kommt.

Und mit Leben meinen wir nicht weiße Segeljachten, die im Sommer am Wochenende mal auslaufen, im Winter aber eingelagert sind.

Peilschiff Stickersgatt – Bild: www.traditionsschifffahrt.de

Der Schulauer Hafen waren früher mal ein arbeitender Hafen, in dem frischer Fisch angelandet und verkauft (und gegessen!) wurde, in dem Waren gelöscht und verladen wurden, in dem Pendler Fähren bestiegen, um von und zur Arbeit zu gelangen. Kurz gesagt:
Der Hafen war wirklich Wedels Tor zur kleinen, maritimen Welt.

Wir wollen an diese Tradition anknüpfen.

Wir wollen einen Hafen der Arbeit und keine weiße Marina für die Postkarten. Einen Hafen, der an die lebendige Vergangenheit erinnert. Dazu erscheint uns das Konzept eines Traditionshafens mit Schiffen, die aus der Arbeitswelt stammen, durchaus geeignet.

Aber es soll kein reiner Museumshafen werden, sondern einer, in dem Menschen sich begegnen, miteinander kommunizieren und gemeinsam etwas anpacken. Die Traditionsschiffe sollen Orte sein, die nicht nur besichtigt werden, sondern auf denen die Betreiber praktisch und konkret mit Schulen, Kitas, Sportvereinen, Theatergruppen, DLRG und anderen Interessierten kooperieren. Es sollen Orte sein, an denen die Vergangenheit erlebbar wird, an denen gelernt, gespielt und gearbeitet werden kann.

Der Traditionshafen soll kein Ort am Rande Wedels vor allem für Touristen werden, sondern zur Stadt gehören, in und mit ihr leben.

Natürlich wäre es uns lieber, wenn der Hafen von einem Verein ehemaliger Beschäftigter von Hafenbetrieben betrieben würde, vielleicht sogar noch in Zusammenarbeit mit gewerkschaftlichen Bildungswerken und Jugendorganisationen. Aber so ist es nun mal nicht.

 

Der Traditionshafen wäre tatsächlich ein Kontrast zu seiner Umgebung, und das nicht nur ästhetisch, sondern auch sozial:

Peilschiff „MS SÜDERELBE“ – Bild: www.traditionsschifffahrt.de

 

Ein teuer bezahlter Elbblick nicht auf weiße Segel, sondern auf „schwimmende Geschichte“ hat wahrlich etwas Spannendes…

Wir sind allerdings der Meinung, dass die Entscheidung für den Traditionshafen nicht nur im Rat mit knapper Mehrheit – und ganz bestimmt nicht allein zu den Bedingungen des Betreibers – getroffen werden sollte.

Dann sollten auch die Bürger beteiligt werden und vielleicht selbst darüber abstimmen können!

– Detlef Murphy

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